Förderung für Website und App 2026: Welche Zuschüsse es noch gibt

Gibt es für eine neue Website oder App Fördergeld? 2026 lautet die Antwort: weniger als früher. Mehrere bekannte Zuschüsse sind ausgelaufen, andere gelten nur in einzelnen Bundesländern. Dieser Überblick zeigt, was es Stand Oktober 2026 noch gibt, für wen es passt und welchen Fehler Sie auf keinen Fall machen sollten.

// INHALT
  1. Die wichtigste Regel vorab: erst Antrag, dann Auftrag
  2. Welche Förderung gibt es 2026 noch?
  3. KfW-Förderkredit Digitalisierung: der Weg für die meisten
  4. Digitalbonus Bayern: für Unternehmen im bayerischen Teil von Rhein-Main
  5. Und in Hessen?
  6. Förderung für Beratung statt Umsetzung
  7. Lohnt sich der Aufwand?
  8. So gehen Sie vor
  9. Häufige Fragen

Die wichtigste Regel vorab: erst Antrag, dann Auftrag

Fast alle Förderprogramme haben eine gemeinsame Bedingung: Sie müssen den Antrag stellen, bevor Sie einen Auftrag vergeben. Wer erst unterschreibt und dann fördern lassen will, geht leer aus — das Vorhaben gilt als „bereits begonnen“.

Ein Angebot einholen dürfen Sie vorher. Wir schreiben Ihnen ein Angebot, das Sie dem Antrag beilegen können, und starten erst, wenn Sie Bescheid haben.

Achtung: Auch eine unterschriebene Auftragsbestätigung oder eine Anzahlung zählt als Beginn. Warten Sie damit, bis die Förderung bewilligt ist oder der Förderer einen vorzeitigen Beginn erlaubt.

Welche Förderung gibt es 2026 noch?

Die Förderlandschaft hat sich 2025 und 2026 stark verändert. Mehrere bekannte Zuschüsse sind ausgelaufen. Das gilt Stand Oktober 2026:

Programm Für wen Was gefördert wird Art Stand
KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung (511/512) kleine und mittlere Unternehmen bundesweit ab Stufe 2 ausdrücklich auch eine grundlegend neue Website oder App mit neuen Funktionen Kredit, ab Stufe 2 mit Zuschuss offen
Digitalbonus Bayern kleine Unternehmen mit Sitz in Bayern Software und Dienstleistungen externer Anbieter, keine Standard-Websites Zuschuss bis 50 % offen bis Ende 2027
MID-Digitalisierung NRW KMU mit Sitz in NRW digitale Produkte mit KI, Datenanalyse oder AR/VR Zuschuss bis 50 % offen bis 2029
L-Bank Digitalisierungsfinanzierung KMU in Baden-Württemberg Digitalisierungsvorhaben Kredit mit Tilgungszuschuss offen
DIGI-Zuschuss Hessen — — — im Juni 2026 beendet
go-digital (Bund) — — — Ende 2024 beendet

KfW-Förderkredit Digitalisierung: der Weg für die meisten

Für Unternehmen außerhalb Bayerns ist der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW meist der realistischste Weg. Er finanziert Digitalisierungsvorhaben bis zur vollen Höhe der Kosten, und das Merkblatt nennt ausdrücklich die „grundlegende Neugestaltung einer Unternehmenswebsite oder App mit neuen Funktionalitäten“ als förderfähig.

So funktioniert er:

  • Stufen: Das Programm unterscheidet drei Stufen nach dem Umfang des Vorhabens. Ab Stufe 2 gibt es zusätzlich zum günstigen Kredit einen Zuschuss. Die aktuellen Sätze nennt die KfW auf ihrer Konditionenseite.
  • Antrag über Ihre Bank: Sie stellen den Antrag nicht bei der KfW selbst, sondern über Ihre Hausbank — und zwar vor Beginn des Vorhabens.
  • Was er nicht ist: ein reiner Zuschuss. Sie zahlen den Kredit zurück, profitieren aber von günstigen Konditionen und, ab Stufe 2, vom Zuschuss.

Tipp: Sprechen Sie Ihre Hausbank früh an. Viele Banken vermitteln KfW-Kredite selten und brauchen etwas Vorlauf.

Digitalbonus Bayern: für Unternehmen im bayerischen Teil von Rhein-Main

Haben Sie Ihren Sitz in Bayern, etwa in Aschaffenburg oder Miltenberg, ist der Digitalbonus Bayern der attraktivste Zuschuss. Er läuft bis Ende 2027:

  • Wer: kleine Unternehmen mit weniger als 50 Vollzeitstellen, gewerbesteuerpflichtig. Freie Berufe sind ausgeschlossen.
  • Wie viel: bis zu 50 % der Kosten, ab 4.000 € förderfähigen Ausgaben. Im Standard höchstens 7.500 € Zuschuss, im „Digitalbonus Plus“ für besonders innovative Vorhaben, zum Beispiel mit KI, höchstens 30.000 €.
  • Was: Leistungen externer Anbieter und die dafür nötige Software, also auch eine individuell entwickelte Web-App oder App. Standard-Websites und Standard-Webshops sind ausgeschlossen.
  • Wie: Sie stellen den Antrag selbst online, mit Ihrem ELSTER-Unternehmenskonto, vor der Auftragsvergabe. Die Mittel werden monatlich freigegeben; einen Anspruch gibt es nicht.

Und in Hessen?

Für Unternehmen in Hessen gibt es derzeit keinen Landeszuschuss mehr für die Umsetzung einer Website oder App. Der DIGI-Zuschuss der WIBank ist im Juni 2026 ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht angekündigt. Das Programm Distr@l fördert Forschung und Innovation und ist seit Oktober 2026 in mehreren Linien vorübergehend geschlossen.

Was bleibt: der KfW-Kredit von oben und Förderung für Beratung.

Förderung für Beratung statt Umsetzung

Mehrere Programme bezahlen nicht die Entwicklung, sondern die Beratung davor. Das lohnt sich, wenn Sie erst klären wollen, was Sie eigentlich brauchen:

  • Mittelstand-Digital Zentren: kostenlose, anbieterneutrale Beratung des Bundes zur Digitalisierung. Ab 2027 startet ein neues Netz von Zentren.
  • BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen: bezuschusst Beratung durch zugelassene Berater, nicht die Umsetzung. Der Antrag kommt auch hier vor dem Beratungsvertrag.
  • Beratungsprogramme der Länder: Hessen und Rheinland-Pfalz bezuschussen Beratertage, ebenfalls ohne die Umsetzung.

Lohnt sich der Aufwand?

Ein Förderantrag kostet Zeit, und die Bewilligung kann dauern. Bei kleinen Vorhaben ist es deshalb oft sinnvoller, mit einer schlanken ersten Version zu starten und das Budget bewusst klein zu halten, statt auf eine Förderung zu warten. Eine größere Web-App, eine App mit neuen Funktionen oder ein Projekt mit KI-Schwerpunkt dagegen kann mit Förderung deutlich günstiger werden.

Was Ihr Vorhaben ohne Förderung kostet, sehen Sie in unseren Artikeln Was kostet eine App? und Was kostet eine Website?.

So gehen Sie vor

  1. Vorhaben beschreiben: Was soll entstehen, für wen, mit welchem Ziel?
  2. Angebot einholen: Wir erstellen Ihnen ein Angebot, das Sie dem Antrag beilegen können.
  3. Förderung prüfen und beantragen: über Ihre Hausbank (KfW) oder selbst online (Digitalbonus Bayern).
  4. Auftrag nach Bewilligung: Erst wenn die Förderung steht, unterschreiben Sie, und wir legen los.

Förderbedingungen ändern sich oft. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen immer beim Förderer selbst. Eine verbindliche Förderberatung können wir nicht leisten, bei den Unterlagen helfen wir aber gern. Sprechen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch darauf an.

Häufige Fragen

Wird eine normale Firmen-Website gefördert?

Selten. Der Digitalbonus Bayern schließt Standard-Websites ausdrücklich aus. Der KfW-Kredit fördert eine grundlegende Neugestaltung mit neuen Funktionen, nicht aber eine einfache Visitenkarten-Website. Je mehr Ihre Website kann, etwa Buchung oder Kundenportal, desto eher passt sie in ein Förderprogramm.

Kann ich die Förderung nach der Beauftragung noch beantragen?

In der Regel nicht. Fast alle Programme verlangen den Antrag vor der Auftragsvergabe; schon eine unterschriebene Auftragsbestätigung zählt als Beginn. Holen Sie zuerst ein Angebot ein, stellen Sie dann den Antrag und vergeben Sie den Auftrag erst danach.

Stellen Sie den Förderantrag für uns?

Nein, den Antrag stellt Ihr Unternehmen selbst, beim Digitalbonus Bayern sogar ausdrücklich mit Ihrem eigenen ELSTER-Zugang. Wir liefern Ihnen ein passendes Angebot und die Beschreibung des Vorhabens für die Unterlagen.

Gibt es in Hessen noch einen Digitalisierungszuschuss?

Für die Umsetzung von Website oder App derzeit nicht: Der DIGI-Zuschuss ist im Juni 2026 ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht angekündigt. Möglich bleiben der KfW-Förderkredit Digitalisierung und Zuschüsse für Beratung.

Sie planen ein gefördertes Projekt?

Wir erstellen Ihnen ein Angebot, das Sie dem Förderantrag beilegen können, und starten erst, wenn Ihre Förderung steht.

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